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Die Karriere des Twitch-Streamers Theo „Scurrows“ Bottlander befand sich im freien Fall, nachdem Twitch die Streams des Krypto-Glücksspielunternehmens „Risk“ verboten hatte. Bis Mai 2023 war seine durchschnittliche Zuschauerzahl auf 1.500 gesunken. Der Streamer hat jedoch eine Methode gefunden, weiterhin erfolgreich zu sein: Mit einer aggressiven Attitüde und einem klaren Feindbild steigt seine Reichweite.
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Wie sehen die Zahlen aktuell aus? Scurrows erlebt auf Twitch einen enormen Aufschwung:
Die Zuschauerzahlen waren bis zum Konflikt mit Shurjoka kontinuierlich rückläufig. Wie hat er das geschafft? Scurrows twitterte nach dem Gaming-Bann deutlich mehr und sprach Themen wie LGBTQ+, die Rollen von Männern und Frauen sowie Transgender-Themen an. Er nahm stets eine provokante Haltung ein und amüsierte sich über die kulturellen Spannungen, die in der Luft lagen.
Im Februar beispielsweise positionierte er sich provokant als Befürworter des Hogwarts-Erbes – das Gesellschaftsspiel war damals für einen Teil der LGBTQ+-Community auf Twitter und Twitch ein rotes Tuch. Banner Shurjoka rief daraufhin zum Boykott auf.
Banner wirft Scurrows frauenfeindliche und queerfeindliche Verhaltensweisen vor.
Letztendlich griff Banner Shurjoka ihn an, nachdem er in einer politischen Rede zu hören war. Dennoch kritisierte sie ihn in diesem Gespräch nicht nur für seine Gewohnheiten, sondern auch für sein früheres Verhalten:
Es ging um seine früheren Aktionen, insbesondere um Scurrows’ gesamte Twitter-Aktivitäten, die leicht nachzulesen sind. Dort äußerte er sich offen transphob, queerfeindlich und frauenfeindlich. Es gab verschiedene Anschuldigungen gegen ihn wegen Belästigung zahlreicher Influencer, darunter auch mir.
Scurrows reagierte empört auf dieses Video. Er ging nicht auf die Vorwürfe der transphoben, queerfeindlichen und frauenfeindlichen Kommentare ein. Er beschränkte sich auf den Belästigungsvorwurf und behauptete, „unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche“ seien eine so schwerwiegende Anschuldigung, dass sie seiner Karriere schaden könnten. Es sei angemerkt, dass Shurjoka lediglich von „Belästigung“ sprach – Scurrows fügte den Aspekt „sexueller Belästigung“ hinzu.
Er präsentierte triumphierend ein Video von der gamescom 2017, in dem er angeblich ein normales Gespräch mit Shurjoka geführt hatte und behauptete, es sei völlig ungefährlich gewesen. Damit zerstörte er jegliche Glaubwürdigkeit von Shurjoka und entlarvte sie als Lügnerin. Shurjoka erwiderte: Es hatte tatsächlich eine zweite Konferenz gegeben, bei der sich Scurrows deutlich anders verhalten hatte. Doch Scurrows bestritt dies. Nun präsentierte er sich als brillantes Mastermind, dem niemand etwas anhaben könne, da er so intelligent sei und alles beweisen könne. Man sollte ihn besser nicht angreifen, er hat gegen jeden ein dickes Deck.
Damit orientiert sich Scurrows offenbar an dem US-Streamer Trainwreck, der im September 2022 auf Kritik an ihm mit einem Gegenangriff gegen das Banner Mizkif reagierte und so jegliche Kritik an ihm selbst ablenkte, was das Banner in eine schwierige Lage brachte.
Warum hat ihm das so sehr geholfen? Das Thema „Scurrows vs. Shurjoka“ hat sich auf Twitch und Twitter zu einem regelrechten Lauffeuer entwickelt. Verschiedene Kanäle beziehen Stellung, reagieren aufeinander und diskutieren die Situation.
Scurrows wird hauptsächlich von den beiden größeren Content-Creatorn KuchenTV und MontanaBlack unterstützt, die schon lange mit Shurjoka im Streit liegen und finanziell von ihren Tiraden gegen den Kanal profitieren.
Seit Beginn des Streits ist Scurrows auf Twitch immer aktiver geworden und wettert insbesondere gegen politisch links orientierte Kanäle. Er wirft ihnen vor, sich in die Opferrolle zurückzuziehen und betont, wie schwer es sei, „als Mann“ zu handeln.
Er betont, dass er seine Tugend zweifelsfrei bewiesen habe und dass sich jeder, der ihn weiterhin angreife, lächerlich mache. Dabei greift er zu einer derben Sprache und stürzt sich in die Themen, als ob er… Die Gegenargumente sind so absurd, dass sie ihn in den Wahnsinn treiben.
Seit dem Ausbruch des Streits hat sich Shurjoka aus den sozialen Netzwerken zurückgezogen. Offenbar trifft er mit seinem Verhalten und dem Bild eines gequälten Mannes, „der nichts mehr zu sagen hat“, einen Nerv der Zeit und profitiert maßgeblich von den anhaltenden Diskussionen und der Empörung über seine Thesen auf Twitter.
Er steigert seinen Erfolg durch eine Vielzahl kurzer Videoclips auf YouTube und TikTok, die US-amerikanische Entwickler ebenfalls als neue Methode zur Belebung ihrer klassischen Kanäle auf YouTube und Twitch entdeckt haben. Für viele Twitch-Nutzer scheint dies sogar unterhaltsamer zu sein, als Shurjoka beim Spielen von GTA 5 oder beim Zocken zuzusehen.


